Frontotemporale Demenz

By | 10. Juli 2013

Früherkennung durch neuartigen Bluttest

Frontotemporale DemenzUnter den zahlreichen verschiedenen Demenzformen kommt die Frontotemporale Demenz (FTD) vergleichsweise selten vor. Die Krankheit tritt meistens schon vor dem 60sten Lebensjahr auf und ist gerade in der Anfangsphase sehr schwer erkennbar. Der Verlauf ist schleichend, am Ende eines mehrjährigen Leidens ist der Demenzkranke völlig geistig umnachtet, bewegungsunfähig und inkontinent. War die Frontotemporale Demenz bislang sehr umständlich, teuer und unsicher nachzuweisen, haben Lübecker Forscher nun einen schnellen und kostengünstigen Bluttest auf Biomarker für diese Art der Demenz entwickelt. So können Sie die Pflege des Erkrankten schon im Anfangsstadium langfristig planen.

Frontotemporale Demenz durch Tau-Proteine

Die auch als Picksche Krankheit oder Pick-Krankheit bekannte Frontotemporale Demenz wurde zum ersten Mal 1900 von dem Prager Neurologen Arnold Pick beobachtet und beschrieben. Charakteristisch für diese fortschreitende Verfallserkrankung des Gehirns ist die schrittweise Zersetzung der Gehirnzellen im Bereich des Stirnhirns und der Schläfenlappen. Schuld an der Zersetzung sind Genmutationen und Eiweißablagerungen. Das sogenannte Tau-Protein lagert sich massenweise zwischen den Gehirnzellen ab und zerstört sie langsam aber sicher. Heilbar ist FTD derzeit nicht.

Von Vergesslichkeit bis zu völliger Pflegebedürftigkeit

Anders als viele andere Demenzformen ist FTD keine typische Alterserkrankung des Gehirns, sondern kann in Einzelfällen schon vor dem 30sten Lebensjahr auftreten. Erbliche Veranlagung wird von Wissenschaftlern zum großen Teil für den Ausbruch der Krankheit verantwortlich gemacht. Im Anfangsstadium hat der Demenzkranke Ausfälle in seiner Gedächtnisleistung, auffällige Veränderungen in den sozialen Verhaltensweisen, Verwahrlosung und mangelnde Körperpflege kommen mit fortschreitendem Gehirnfraß durch Tau-Proteine hinzu. Am Ende stehen Sprachverlust, Muskelversteifung sowie Bettlägrigkeit und völlige Pflegebedürftigkeit. Ein neuartiger Bluttest erlaubt jetzt eine schnellere und zuverlässige Früherkennung dieser eher seltenen Form von Demenz.

Früherkennung durch neuartigen Bluttest

Ein von Lübecker Biotechnologen entwickeltes neuartiges Gerät macht es möglich, Demenzformen wie Alzheimer und FTD relativ schnell, vereinfacht und kostengünstig an bestimmten Biomarkern aus einem Blutstropfen zu erkennen. Sehr häufig war bislang eine vollkommen sichere Diagnose erst nach dem Tod des Erkrankten möglich. Dank des neuartigen Tests lässt sich jetzt schon in einer sehr frühen Phase erkennen, ob ein durch erste Anzeichen von Verwirrtheit auffälliger Patient tatsächlich dement ist und um welche der zahlreichen Demenzformen es sich dabei handelt. Für die Planung der Pflege bei Demenz ist Ihnen eine solche Früherkennung von Nutzen.

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